Die Bank of England hat den Leitzins bei 3,75 Prozent belassen. Der geldpolitische Ausschuss stimmte mit fünf zu vier Stimmen dafür, den Referenzzins unverändert zu halten; vier Mitglieder votierten für eine Reduktion um 0,25 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent.
Die Entscheidung folgte auf Daten und Analysen, die einen fortschreitenden Rückgang der Gesamtinflation zeigten. Die Verbraucherpreise fielen von 3,8 Prozent im September auf 3,4 Prozent im Dezember und werden nach Einschätzung der Notenbank ab April wieder in etwa bei zwei Prozent liegen. Diese Entwicklung fußt vor allem auf rückläufigen Energiepreisen und Maßnahmen aus dem Budget 2025.
Gleichzeitig sieht die Bank of England eine abklingende Konjunktur und eine leicht gelockerte Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote sei jüngst auf etwas über fünf Prozent gestiegen. Die Notenbank hebt hervor, dass der geldpolitische Spielraum seit August 2024 bereits um 1,50 Prozentpunkte verringert wurde. Auf Basis der aktuellen Daten ist der Ausschuss der Auffassung, dass der Leitzins wahrscheinlich weiter gesenkt werden wird, wobei Zeitpunkt und Umfang weiterer Zinssenkungen noch offen bleiben.
Die Marktteilnehmer rechneten laut Notenbank mit einem späteren Rückgang des Leitzinses und sahen diesen nach der Umfrage im Median bei 3,25 Prozent. Die zentrale Projektion der Bank ist an eine Marktzinsstruktur geknüpft, die 2029 bei rund 3,75 Prozent liegt.
Sinkende Leitzinsen und damit häufig niedrigere reale Renditen verringern die entgangenen Zinsen beim Halten von Gold. Diese Entwicklung unterstützt tendenziell die Nachfrage nach dem Edelmetall, weil Gold keine laufenden Erträge abwirft und bei niedrigen Realzinsen relativ attraktiver wird. Die Bank of England sieht jedoch weiterhin Unsicherheiten, so dass das Tempo der Zinssenkungen ein entscheidender Faktor für die Marktentwicklung bleibt.