Die Bank of England hat den Bank Rate bei 3,75 Prozent belassen und gleichzeitig beschlossen, den Bestand an für die Geldpolitik gehaltenen britischen Staatsanleihen schrittweise auf null zu reduzieren. Der geldpolitische Ausschuss (MPC) stimmte mehrheitlich 6 zu 3 für das Festhalten am Zinssatz, während drei Mitglieder eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent befürworteten.
Der Ausschuss begründet die Entscheidung mit dem anhaltenden Energiepreis schock infolge des Konflikts im Nahen Osten und dessen jüngster Aufwärtsbewegung. Die Verbraucherpreise lagen im August bei 3,1 Prozent, und die Bank erwartet, dass die Inflation auf rund 3,75 Prozent im vierten Quartal 2026 steigen und Anfang 2027 leicht über 4,0 Prozent liegen könnte, falls sich die Energiepreise auf dem aktuellen Niveau halten. Spotpreise für Brent Öl und den britischen Großhandelsgasmarkt lagen Mitte September bei 106 US Dollar je Fass beziehungsweise 207 Pence je Therm, nachdem sie seit dem Zeitraum vor dem Juli Bericht deutlich gestiegen waren.
Die Bank will nach Abzug von 120 Milliarden Pfund zur Deckung der Banknotenemissionen einen verbleibenden Bestand von 368 Milliarden Pfund vollständig zurückführen. Davon sollen 222 Milliarden Pfund passiv durch Fälligkeiten abgebaut werden, die übrigen 146 Milliarden Pfund aktiv verkauft werden. Die vorgesehene jährliche Verkaufsquote beträgt 20 Milliarden Pfund, was einer durchschnittlichen jährlichen Reduktion des Bestands von 46 Milliarden Pfund bis Ende September 2034 entspricht.
Die Rückführung erfolgt in einem mehrjährigen, vorhersehbaren Rahmen, damit Verkäufe die Funktionsfähigkeit der Märkte nicht stören. Die Bank betont, dass Bank Rate das aktive geldpolitische Instrument bleibt und die Geschwindigkeit der Rückführungen nur in sehr engen, klar definierten Fällen geändert werden soll.
Konjunkturdaten zeigen eine gewisse Widerstandskraft. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Quartal 2026 um 0,4 Prozent, die Erwerbslosenquote lag bei 4,9 Prozent und die privaten regelmäßigen Wochenverdienste wiesen eine Jahreszunahme von 2,9 Prozent in den drei Monaten bis Juli auf. Gleichzeitig haben sich Zinssätze im Markt nach oben verschoben, etwa um rund 95 Basispunkte bei zweijährigen Festhypotheken gegenüber dem Niveau vor dem Konflikt.
Für Edelmetalle wie Gold ist vor allem die Relation von Zinsen und realen Renditen relevant. Höhere Nominalzinsen und damit tendenziell höhere reale Renditen verringern die Opportunitätskosten des Haltens von Gold und dämpfen in der Regel die Nachfrage. Umgekehrt können anhaltend hohe Inflationserwartungen und Unsicherheit über Energiepreise die Nachfrage nach Gold als Inflationsschutz und sicherer Anlage stützen.