Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins bei 0 Prozent. Sichtguthaben von Banken werden bis zu einer bestimmten Schwelle mit diesem Zinssatz verzinst, für Guthaben über der Schwelle gilt ein Abschlag von 0,25 Prozentpunkten. Die SNB bleibt bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv zu werden.
Die Verbraucherpreise sind seit der letzten geldpolitischen Einschätzung leicht gestiegen. Die Inflation lag im Mai bei -0,1 Prozent und stieg bis August auf 0,2 Prozent, vor allem getrieben durch höhere Preise im Tourismus und bei importierten Gütern. Die bedingte Inflationsprognose bleibt für den mittelfristigen Zeitraum unverändert und liegt nach den Annahmen der SNB bei durchschnittlich 0,2 Prozent für 2025, 0,5 Prozent für 2026 und 0,7 Prozent für 2027. Diese Prognose setzt voraus, dass der Leitzins der SNB über den gesamten Prognosezeitraum bei 0 Prozent bleibt.
Die globale Wirtschaftsleistung hat sich in der ersten Jahreshälfte 2025 etwas abgeschwächt. Die SNB macht erhöhte US Zölle und anhaltende Unsicherheit für die gedämpfte Entwicklung verantwortlich. Für die Schweiz war das zweite Quartal von einem schwächeren Wachstum geprägt. Nach einem starken ersten Quartal wuchs das Bruttoinlandprodukt im zweiten Quartal nur noch um 0,5 Prozent. Die SNB rechnet für das Gesamtjahr 2025 mit einem BIP Wachstum von 1 bis 1,5 Prozent. Für 2026 geht sie aufgrund der Zölle und der hohen Unsicherheit von einem Wachstum von knapp unter 1 Prozent aus. Die Arbeitslosigkeit ist in den letzten Monaten gestiegen.
Die SNB betont, dass die geldpolitischen Rahmenbedingungen dazu beitragen, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten und die wirtschaftliche Entwicklung zu stützen. Sie wird die Lage weiter beobachten und die Geldpolitik bei Bedarf anpassen, um die Preisstabilität sicherzustellen.
Niedrige Leitzinsen verringern in der Regel reale Renditen und die entgangenen Zinsen des Haltens von Gold. Über diesen Kanal beeinflussen Leitzinsentscheidungen die Nachfrage nach Edelmetallen.